WorldSSP PREVIEW

VORSCHAU: In Estoril werden die WorldSSP-Titel verteilt – Arenas hofft, seine Rivalen in Schach zu halten und die Saison 2026 als Spitzenreiter zu beenden

In Portugal wird es heiß hergehen - die Entscheidungen um den WorldSSP Fahrer-, Team- und Herstellertitel könnten bereits im ersten Rennen fallen

Die FIM-Supersport-Weltmeisterschaft macht sich in Portugal bereit für den entscheidenden vorletzten Lauf der Tissot Estoril Round. Auf dem Circuito Estoril stehen alle drei Titel der Klasse zur Disposition, doch es bedarf einer großen Überraschung, um Albert Arenas (AS BLU CRU Racing Team) noch daran zu hindern, die Fahrerwertung für sich zu entscheiden, während auch die Team- und Herstellerwertung bereits entschieden werden können.

ARENAS WILL DEN TITEL SICHERN

Es war eine überaus solide Debütsaison für den spanischen Moto3-Weltmeister von 2020: 16 Podiumsplätze in bisher 20 Rennen sowie nur zwei Ergebnisse außerhalb der Podiumsplätze (ohne Ausfälle) haben Arenas in eine hervorragende Ausgangsposition gebracht, um die Saison 2026 als neuer WorldSSP-Weltmeister zu beenden. Derzeit hat er in drei Rennen in Folge den zweiten Platz belegt, und wenn er dieses Podiumstempo in Rennen 1 beibehalten kann, sichert er sich den Titel. Ein Podiumsplatz würde reichen um sich den Titel zu sichern, unabhängig von Valentin Debises Ergebnissen. Arenas kann es sich leisten, in Rennen 1 bis zu 10 Punkte zu verlieren, um zum Weltmeister gekrönt zu werden. Um dies zu verhindern, wird Valentin Debise (EASTROC ZXMOTO Factory Evan Bros Racing) alle Hände voll zu tun haben und auch etwas Hilfe von anderen Fahrern benötigen, um vor der #75 ins Ziel zu kommen. Arenas hat derzeit einen Vorsprung von 86 Punkten in der Fahrerwertung, und nach Rennen 1 stehen noch 75 Punkte zur Vergabe. Das bedeutet: Wenn der Franzose im Auftaktrennen nicht mindestens 11 Punkte mehr als Arenas holt, wird der Spanier zum Champion gekrönt. Zu seinem Glück ist Estoril eine Rennstrecke, auf der die #53 in der Vergangenheit gute Ergebnisse erzielt hat, darunter einen Sieg im ersten Rennen der letzten Saison auf einer Ducati V2 mit Renzi Corse, sowie einen Podiumsplatz im zweiten Rennen im Jahr 2024 auf einer Yamaha R6 während seiner ersten Zeit beim Evan Bros-Team.

Was den Teamtitel angeht, sieht es für Arenas’ AS BLU CRU Racing Team ähnlich vielversprechend aus: Wenn er und Aldi Mahendra im ersten Rennen weniger als 29 Punkte auf die ZXMOTO-Fahrer verlieren, gehört der Titel ihnen. In der Herstellerwertung schließlich liegt Yamaha mit 92 Punkten Vorsprung an der Spitze, wobei noch 100 Punkte zu vergeben sind. Das bedeutet, dass Yamaha den Titel bereits in Rennen 1 gewinnen kann, wenn sie nicht mehr als 16 Punkte auf Ducati einbüßen.

KAMPF UM PLATZ DREI IN DER MEISTERSCHAFT

Nach einem starken Rennen in Magny-Cours kam Can Oncu (Pata Yamaha Ten Kate Racing) in Cremona früh ins Straucheln. Ein Sturz in Runde 5 (er lag auf Platz 4) vereitelte seine Podiumshoffnungen in Rennen 1, und ein 11. Platz in Rennen 2 warf ihn in der Gesamtwertung auf Platz 4 zurück, acht Punkte hinter Jaume Masia (Orelac Racing VerdNatura). Der Rückstand ist bei noch zwei ausstehenden Rennen minimal, und er holte sich in der vergangenen Saison in Estoril mit einem dritten Platz in Rennen 1 sein erstes Podium, doch Oncu wird an seiner Konstanz arbeiten müssen, wenn er sich künftige Kopfschmerzen ersparen will. Was Masia betrifft, so zeigte der spanische Fahrer in Cremona eine konstante Leistung und beendete beide Rennen zum ersten Mal seit Aragon unter den ersten Acht. Er hofft, seinen Aufwärtstrend beibehalten zu können und in Estoril wieder auf das Podium zurückzukehren. Mit 29 Punkten Rückstand auf Oncu scheint Tom Booth-Amos (PTR Triumph Factory Racing) einen Vorstoß zu unternehmen, um wieder in den Kampf um den dritten Platz in der Meisterschaft einzugreifen. Der Brite erholte sich von einem unglücklichen Rennwochenende in Magny-Cours und kehrte zum ersten Mal seit seiner Dominanz in Donington Park wieder auf das Podium zurück.

ALCOBA STÜRMT IN DER WERTUNG SPÄT NACH VORN

Jeremy Alcoba (Kawasaki WorldSSP Team) kletterte nach einer unglaublichen Leistung in Cremona auf den sechsten Platz in der Gesamtwertung: seine erste Pole-Position und nicht nur ein erster Sieg, sondern gleich ein Doppelsieg, der ihm 50 von 50 möglichen Punkten einbrachte. Er liegt nun nur noch vier Punkte hinter der Startnummer 69, und nachdem er sich in der vergangenen Saison in Estoril sein erstes WorldSSP-Podium gesichert hatte, hofft die Startnummer 52, diese Saison noch stärker abzuschließen als 2025, als er in den letzten beiden Rennen Podiumsplätze errang. Ein Sturz in Rennen 1 mit Simon Jespersen (EAB Racing Team) brachte Roberto Garcias (GMT94 Yamaha) Wochenende in Cremona durcheinander, und obwohl er in Rennen 1 trotz eines Starts vom Ende des Feldes – sein Team schaffte es unter größtem Zeitdruck das Motorrad zu reparieren – noch einen Punkt retten konnte, schied Garcia in Rennen 2 aus und beendete den Lauf mit nur einem Punkt. Der Fahrer aus Sevilla belegte hier in der vergangenen Saison den vierten Platz und könnte sich in Portugal als Geheimfavorit für einen Podiumsplatz erweisen. Philipp Oettl (Feel Racing WorldSSP Team) kehrte nach einem unglücklichen Rennwochenende in Magny-Cours mit einem siebten Platz in Rennen 2 in Italien in die Top Ten zurück. Behalten Sie den Deutschen an diesem Wochenende im Auge, denn die Startnummer 65 hat hier in sechs Rennen nur zweimal das Podium verpasst, darunter ein zweiter Platz in der vergangenen Saison auf derselben Ducati-V2-Maschine.

FERRARI UND MAHENDRA KÄMPFEN UM DIE LETZTEN PLÄTZE IN DEN TOP 10

Matteo Ferrari (WRP Racing) überholte Aldi Mahendra (AS BLU CRU Racing Team) in der Gesamtwertung in Cremona dank eines sechsten und eines neunten Platzes in den Rennen des Wochenendes und liegt nun auf Platz 9. Es ist zu erwarten, dass beide Fahrer im Kampf um Platz 9 nichts verschenken werden. Ferrari fuhr hier bereits im Jahr 2025, im Gegensatz zu Mahendra, der hier sein erstes WorldSSP-Rennen bestreiten wird; allerdings machen es die unterdurchschnittlichen Ergebnisse des Italieners an jenem Wochenende schwierig, einen Favoriten zwischen den beiden auszumachen. Hinter ihnen hofft Alessandro Zaccone (Ecosantagata Althea Racing Team) von Platz 11 aus, in die Top Ten vorzudringen – er liegt nur zehn Punkte hinter dem Indonesier; der italienische Fahrer Filippo Farioli (VFT Racing) will nach seinem bahnbrechenden ersten Podiumsplatz in dieser Klasse beim letzten Lauf weitere positive Ergebnisse einfahren und hat in den letzten beiden Läufen an der Spitze mit den führenden Yamaha-Fahrern gekämpft.

ROSSI WARTET AUF DIE ENTSCHEIDUNG DES MEDIZINISCHEN ZENTRUMS

Nachdem Riccardo Rossi (Cerba Yamaha Racing Team) in Cremona im zweiten Rennen vorzeitig ausgeschieden war, wartet er nun auf die Freigabe des medizinischen Zentrums, bevor er in Estoril an den Start gehen kann. Sollte er für fahrtüchtig erklärt werden, wird er an diesem Wochenende gemeinsam mit dem Wildcard-Fahrer und Lokalmatador Goncalo Capote an den Start gehen, der nach einer komletten Saison in der FIM Stock-Europameisterschaft in dieser Saison sein Debüt im Fahrerlager geben wird.

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